MATHIAS BARTOSZEWSKI 
 

PALIMPSEST

Das Künstlerpaar Elisa und Mathias Bartoszewski verbindet in Palimpsest unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen: die intuitive musikalische Betrachtung und die visuelle Umsetzung in Malerei, Bewegung und Projektion. Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein gemeinsamer Prozess, in dem Gegensätze nicht aufgehoben, sondern zu einer neuen Essenz verdichtet werden.
Palimpsest folgt dabei der Frage nach der Dualität von männlichen und weiblichen Aspekten. In der Verbindung der beiden künstlerischen Ausdrucksformen wird diese Dualität zunehmend überwunden und mündet in die Vorstellung eines Schöpfungswunders: der Entstehung von etwas Neuem aus dem Zusammenspiel beider Kräfte.

Kinetische Installation und Orgelimprovisationen


PALIMPSEST ist eine interdisziplinäre kinetische Installation von Mathias Bartoszewski, in der sich Malerei, bewegte Bilder, Installation, Licht und Klang zu einem vielschichtigen Erfahrungsraum verbinden. 

Der Titel verweist auf eine alte Schrift, die überschrieben wurde und deren frühere Schichten dennoch sichtbar bleiben. Dieses Prinzip des Übereinanderschreibens ist zentrales Bild der Arbeit: Erfahrungen, Körper, Erinnerungen, Mythen und Geschichte überlagern sich. Nichts verschwindet vollständig. Jede neue Schicht verändert, was zuvor sichtbar war.

DREI BILDER


I. Entstehung der Welt, Einheit und Sündenfall
Das erste Bild führt in die Vorstellung von einer ursprünglichen Einheit: Schöpfung, Natur und menschlicher Körper. Von der Entstehung der Welt bis zu Lillith, Eva und dem Sündenfall.
Mit der Trennung beginnt eine neue Form der Wahrnehmung: Erkenntnis entsteht zugleich mit dem Bewusstsein des Anderen. Die ursprüngliche Einheit ist nicht einfach zerstört – sie bleibt als Erinnerung und Sehnsucht.
II. Dualität – Erkenntnis und Zerreißprobe


Das zweite Bild folgt den Spannungen, die aus der Trennung entstehen: Liebe und Begehren, Spiritualität und Körper, Freiheit und Abhängigkeit, Schöpfung und Zerstörung.
Die Texte von Sappho, Mechthild von Magdeburg, Maria Stuart und Karoline von Günderode werden als Klangschichten in die Installation eingeschrieben.
Die allegorische Figur der Frau Welt verweist dabei auf die Verlockungen und Widersprüche der Welt. Aus der persönlichen und existenziellen Dualität entwickelt sich eine gesellschaftliche und historische Zerreißprobe. Bewegung und Klang verdichten sich bis zu Krieg, Gewalt und Zerstörung.
Mit Karoline von Günderodes „Adonis-Totenfeier“ erreicht das zweite Bild einen Punkt, an dem Liebe, Tod und Verlust unmittelbar ineinandergreifen.
Die Orgelimprovisation von Elisa Bartoszewski, die gelesenen literarischen Stimmen, elektronische Sounds und die visuellen Ebenen von Malerei, Video und kinetischer Installation bilden dabei keine voneinander getrennten Ebenen. Sie überlagern und beeinflussen einander.


III. Katharsis und Gnade
Im dritten Bild verschwinden die Texte.
Nach der Verdichtung und Zerstörung des zweiten Bildes entsteht ein anderer Raum. Die Arbeit löst sich von konkreten historischen und literarischen Bezügen und richtet den Blick auf die unmittelbare Wahrnehmung.
Katharsis bedeutet dabei nicht die Rückkehr zu einem verlorenen paradiesischen Ursprung. Die Trennung wird nicht ungeschehen gemacht. Vielmehr entsteht ein Raum, in dem die zuvor erfahrenen Gegensätze in eine andere Wahrnehmung übergehen können.
Gnade erscheint als Öffnung – als Möglichkeit, jenseits von Erklärung und Urteil wieder wahrzunehmen, zu empfinden und miteinander in Beziehung zu treten, so das Geschenk der Schöpfung annehmen zu können.
PALIMPSEST erzählt keine lineare Geschichte. Die drei Bilder bilden vielmehr einen Erfahrungsraum, in dem sich persönliche, mythische und historische Schichten überschreiben.


Beteiligte:

Installation, Malerei, Projektion
Mathias Bartoszewski

Musik
Elisa Bartoszewski

Klang / elektronische Sounds
Anita Cäcilia Neukirch

Tanz & Performance-Videos
Kathrin Knöpfle, Anna Kuntsevich

Texte gelesen von
Selina Böhm, Corinna Ruba, Lenny Kamau





MALEREI 

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INSTALLATION


VIDEO




Portfolio

DEMETER

DEMETER

Demeter ... die griechische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, verkörpert die nährende Kraft der Erde. Als ihre Tochter Persephone in die Unterwelt entführt wird, verweigert Demeter der Erde ihre Fruchtbarkeit. Aus Trauer entsteht Hunger, aus Verlust eine Macht, die das Leben selbst bedroht. In PALIMPSEST steht Demeter für den Übergang von der Einheit mit der Natur zur Abhängigkeit von ihren Kreisläufen. Mit Ackerbau und Sesshaftigkeit wird Fruchtbarkeit zur Grundlage von Besitz, Ordnung und Macht. Die Göttin bleibt lebensspendend – doch ihre Kraft wird zunehmend in gesellschaftliche Strukturen eingebunden. Demeter markiert damit eine Schwelle: zwischen Natur und Besitz, weiblicher Schöpfungskraft und ihrer Kontrolle.

als Model Tanja Wicke-Buschmann ... verheiratet, keine Kinder aber auf dem Weg zur Crazy Cat Lady. Tanze seit meinem 4. Lebensjahr, angefangen mit Ballett später dann auf Latein und Standard Turniertanz gewechselt und tanze seit über 16 Jahren mit meinem Tanzpartner und seit einigen Jahren sind wir in der S-Klasse auch international unterwegs. Mein Interesse an Fotoshootings wurde durch einen Freund meiner Eltern mit 14, geweckt und begleitet mich seitdem. Meine erste Schmink Puppe hatte ich mit zehn. Seit dem liebe ich es anderen ein gutes Gefühl zu bereiten aber auch, durch extremes Make-up in komplett andere Rollen schlüpfen zu können . Im Alter von sechs Haben mich die Sissi Filme inspiriert meinen Barbies Puppenkleider zu basteln aus Pfeifenreinigern und geklebten Stoffresten, da ich noch nicht mit Nadeln arbeiten durfte, sitze aber seit meinem 14. Lebensjahr sehr regelmäßig an der Nähmaschine und schneidere vom klassischen Abendkleid über Tanzkleid, historischen Outfits bis zu verrückten Halloween Kostümen, sehr gern für mich und für Andere.

EVA

Eva Symbol des weiblichen Ursprungs, der Erkenntnis und des Aufbruchs. Während Eva im biblischen Mythos durch den Griff nach der verbotenen Frucht Wissen und Selbstbestimmung erlangt, steht Lilith für die Frau, die sich von Anfang an der Unterordnung verweigert. Beide verkörpern unterschiedliche Wege weiblicher Freiheit – zwischen Anpassung, Neugier und Selbstbehauptung.

Model Anna Kuntsevich Ich bin Anna Kuntsevich, komme ursprünglich aus dem russischsprachigen Raum und lebe in Deutschland. Sprachen und unterschiedliche Kulturen haben mich schon früh interessiert – deshalb habe ich Sprach- und Kulturwissenschaft studiert und später meinen Master in Deutsch als Fremdsprache gemacht. Seit vielen Jahren unterrichte ich Deutsch, von Integrations- und Berufssprachkursen bis hin zum individuellen Unterricht für Erwachsene und Kinder. Dabei begegnen mir Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Lebenswegen. Ich finde es spannend, sie beim Lernen zu begleiten und zu erleben, wie Sprache neue Möglichkeiten eröffnet. Neben dem Unterrichten habe ich auch andere Seiten von mir kennengelernt: Ich habe als Hostess, Dolmetscherin und Model gearbeitet, Erfahrungen bei Film- und Videodrehs gesammelt und mich mit Psychologie beschäftigt. Mich interessieren Menschen, ihre Gefühle und das, was sie bewegt. In meiner Freizeit tanze ich gern – von Irish Dance bis zu lateinamerikanischen Tänzen –, mache Yoga und Sport, reise und fotografiere. Ich bin neugierig auf die Welt, lerne gern Neues und mag Begegnungen, bei denen man auch einmal über den eigenen Horizont hinausschaut.

MECHTHILD VON MAGDEBURG

MECHTHILD VON MAGDEBURG

Mechthild von Magdeburg 1207-1282 Mechthild von Magdeburg – Mystikerin des 13. Jahrhunderts, die in ihrem Werk Das fließende Licht der Gottheit die unmittelbare, leidenschaftliche Begegnung zwischen Mensch und Gott beschreibt. Ihre Sprache ist von sinnlicher und erotischer Bildkraft geprägt. Sie verkörpert eine Spiritualität, in der weibliche Erfahrung, körperliche Liebe und göttliche Sehnsucht untrennbar miteinander verbunden sind – jenseits kirchlicher Dogmen und männlicher Deutungshoheit.

Model Vicky Kreativarbeit / Fotografie

Mystische Erotik Die Braut ward trunken beim Anblick des edlen Antlitzes. In der größten Stärke kommt sie sich selbst abhanden.  Im schönsten Licht ist sie blind in sich selbst.  In der größten Blindheit sieht sie am allerklarsten.  In der größten Klarheit ist sie beides, tot und lebendig.  Je länger sie tot ist, um so seliger lebt sie.  Je seliger sie lebt, um so mehr erfährt sie.  Je geringer sie wird, um so mehr fließt ihr zu. Je mehr sie sich fürchtet, [...]. Je reicher sie wird, um so bedürftiger wird sie. Je tiefer sie (in Gott) wohnt, um so aufnahmefähiger wird sie. (Je mehr sie begehrt), um so verlangender wird sie. Je tiefer ihre Wunden werden, um so heftiger stürmt sie. Je zärtlicher Gott gegen sie ist, um so höher wird sie entrückt. Je schöner sie vom Anblick Gottes aufleuchtet, um so näher kommt sie ihm. Je mehr sie sich müht, um so sanfter ruht sie. (Je mehr sie empfängt), um so mehr erfaßt sie. je stiller sie schweigt, um so lauter ruft sie. Je schwächer sie wird, um so größere Wunder wirkt sie mit seiner Kraft nach ihrer Macht Je mehr seine Lust wächst, um so schöner wird ihre Hochzeit. Je enger das Minnebett wird, um so inniger wird die Umarmung. Je süßer das Mundküssen, um so inniger das Anschauen. Je schmerzlicher sie scheiden, um so reichlicher gewährt er ihr. Je mehr sie verzehrt, um so mehr hat sie. Je demütiger sie Abschied nimmt, um so eher kommt er wieder.  Je heißer sie bleibt, um so rascher schlägt sie Funken. Je mehr sie brennt, um so schöner leuchtet sie. Je mehr sich Gottes Lob verbreitet, um so größer bleibt ihr Verlangen.

BAUBO

BAUBO

Baubo Baubo ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, die mit weiblicher Sexualität, Fruchtbarkeit und befreiendem Lachen verbunden ist. Der Überlieferung nach bringt sie die trauernde Demeter durch eine obszöne Geste zum Lachen. Die Vulva galt in vielen frühen Kulturen als Symbol für Geburt, Lebenskraft und Fruchtbarkeit und wurde teilweise kultisch verehrt. Baubo steht damit für die ursprüngliche Macht des weiblichen Körpers, für die Überwindung von Scham und für die Befreiung durch Humor und Tabubruch.

Model Vanessa Kreativarbeit / Fotografie

DANAE

DANAE

Danaë ... ist eine Gestalt der griechischen Mythologie und die Mutter des Perseus. Ihr Vater, König Akrisios, sperrt sie ein, weil ihm prophezeit wurde, dass sein Enkel ihn töten werde. Zeus dringt in Gestalt eines goldenen Regens zu ihr und zeugt Perseus mit ihr. Danaë steht für weibliche Verletzlichkeit und Widerstandskraft, aber auch für die ambivalente Macht des Goldes: Es kann als göttliche Kraft und Fruchtbarkeit verstanden werden, zugleich aber als Symbol für Verführung, Reichtum und die Überwindung menschlicher Grenzen.

Model Nicole

MARIA STUART

MARIA STUART

Maria Stuart 1542-1587 Maria Stuart war Königin von Schottland deren Leben von Machtkämpfen, Gefangenschaft und tragischen Konflikten geprägt war. Ihre Sonette spiegeln Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit und die Auseinandersetzung mit ihrem Schicksal. In Palimpsest steht sie für die verletzliche Frau zwischen politischer Macht, persönlichem Begehren und dem Verlust der Freiheit.

Sonette Du glaubtest Sie* voll Ueberdruß, wohl weiß,
Wohl weiß ich's und so glaubtest du mich eben.
O du mein einzig Gut, mein liebes Leben,
Wie geb' ich dir von meiner Treu' Beweis?

Du achtest mich leichtsinnig, kalt wie Eis,
Und willst durchaus mir gar kein Zutrau'n geben,
Und in Verdacht muß ich ohn' Anschein schweben,
Mißtrautest mir mit Unrecht und mit Fleiß.

Du weißt nicht welche Lieb' ich zu dir hege,
Muthmaßtest, daß ich andre Liebe pflege,
Achtest wie Wind mein Wort und meinen Schwur.

Wie Wachs hast du mein weiches Herz beschrieben,
Glaubst mich ein Weib, das ohn' Entschluß geblieben,
Und alles dies vermehrt mein Feuer nur!

Sprecherin Corinna Ruba absolviert ihre Ausbildung zur Opernsängerin am Mozarteum Salzburg.

Gesanglich konzentriert sie sich zunächst auf das lyrische und das Belcanto-Repertoire, widmet sich aber auch vermehrt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, sowie zeitgenössischer Musik und genreübergreifenden Projekten.

Zu ihrem Repertoire zählen u. a. Partien wie Adina / L‘ELISIR D'AMORE, Musetta / LA BOHÈME, Rosina / IL BARBIERE DI SIVIGLIA, Gretel / HÄNSEL UND GRETEL, Susanna / LE NOZZE DI FIGARO, Pamina / DIE ZAUBERFLÖTE, Micaëla / CARMEN und Gilda / RIGOLETTO.

2017 nahm sie mit dem Tbilisi State Chamber Orchestra ihr Debütalbum „Ganymed“ auf – eine Auswahl bekannter Schubert-Lieder, speziell für Streichorchester arrangiert, gründete daraufhin ihr eigenes Streichensemble „Peace&Love Orchestra“ und übernahm die musikalische Leitung und Konzeption des Bayerischen Opernballs.

2019 verkörperte sie die Göttin Justitia in KEIN KLÄGER von Christiane Mudra, wo sie eine Komposition von Thilo Thomas Krigar uraufführte.

Während der Pandemie 2020 produzierte sie mehrere Streaming Konzerte, u. a. ein Recital mit der Schweizer Starpianistin Melodie Zhao, Konzerte für das Atelier Klang und Raum Zürich und die Poona Music Society in Indien. Des weiteren brachte sie in Zusammenarbeit mit dem German Forum New York zwei Shakespeare-Sonette von Thilo T. Krigar zur Uraufführung.

2021 trat sie in der Premiere von THE HOLY BITCH PROJECT von Christiane Mudra zum ersten Mal in einer Schauspiel- und Gesangsrolle auf (Wiederaufnahme in Berlin 2022). Der Dokumentarfilm zu diesem Stück wurde für das New York City Independent Film Festival 2023 nominiert

2022 debütierte Corinna Ruba in der Partie des Pierrot in Schönergs PIERROT LUNAIRE in einer Produktion des Collective 1781 im Kühlhaus Berlin.

Beim „Sense Festival München“ trat sie live mit dem weltweit ersten neuronalen Synthesizer „CellF“ des australischen Künstlers Guy Ben-Ary auf und paart somit klassischen Gesang mit Neurowissenschaft.

Neben ihrer Tätigkeit als Opernsängerin und Schauspielerin widmet sich Corinna Ruba der experimentellen und zeitgenössischen Musik sowie eigenen Sound-Video-Kreationen. 2019 und 2020 veröffentlichte sie zwei Musikvideos zu ihren Eigenkompositionen „Ateh's Prayer I und II“. 2018 trat sie mit ihrer eigenen Produktion „Operafusion“ als Gastkünstlerin beim TED X Talk München auf.

In der Rolle der Clara Sanders in BETA von Christiane Mudra und Dariya Maminova debütiert Corinna Ruba 2024 in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin und gibt ihr Debüt als Papagena / DIE ZAUBERFLÖTE am 21. April 2024 auf der großen Bühne des Hauses.

Im Mai 2024 wird Corinna Ruba das erste Mal mit der Performance-Künstlerin Florentina Holzinger im Rahmen der Opernperformance SANCTA am Mecklenburgischen Staatstheater und den Wiener Festwochen zusammenarbeiten.

Performerin Kathrin Knöpfle - Performerin, Choreografin und bildende Künstlerin KATHRIN KNÖPFLE ist Performerin, Choreografin, Vermittlerin und bildende Künstlerin. Nach einer Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei in München absolvierte sie ihre Ausbildung in Tanz, Improvisation und Performance am TIP in Freiburg. Seit 2013 ist sie in der internationalen freien Tanz- und Performanceszene tätig und wirkte unter anderem in Produktionen von Dali Touiti, Allora & Calzadilla, Alexandra Pirici, Jérôme Bel und Doris Uhlich mit. Über zehn Jahre lang war sie festes Mitglied der Kompanie von Anja Gysin in der Schweiz. Seit 2022 entwickelt sie verstärkt eigene künstlerische Arbeiten, darunter die Outdoor-Performance NATURKREISLAUF, den Tanzkurzfilm INTO THE BLUE sowie ihr Debütstück MOTHER TONGUE. Im Mittelpunkt ihres Schaffens stehen der Körper als Gedächtnisspeicher sowie Fragen zu Herkunft, Natur und Nachhaltigkeit. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von bildender und darstellender Kunst. Zudem ist sie Protagonistin und Co-Regisseurin des Dokumentarfilms MOTHER LINES, der aus ihrer langjährigen künstlerischen Recherche hervorging und sich mit familiärem Gedächtnis, Migration und transgenerationalen Einflüssen auseinandersetzt. Der Film wurde vom FFF Bayern gefördert.

KAROLINE VON GÜNDERODE

KAROLINE VON GÜNDERODE

Adonis Totenfeier Wehe! daß der Gott auf Erden Sterblich mußt geboren werden! Alles Dasein, alles Leben Ist mit dem Tod gegeben. 5 Alles wandelt und vergehet, Morgen sinkt, was heute stehet; Was jetzt schön und herrlich steiget Bald sich hin zum Staube neiget; Dauer ist nicht zu erwerben, 10 Wandeln ist unsterblich Sterben. Wehe! daß der Gott auf Erden, Sterblich mußt geboren werden! Alle sind dem Tod verfallen, Sterben ist das Los von allen. 15 Viele doch sind, die nicht wissen, Wie der Gott hat sterben müssen; Blinde sind es, die nicht sehen, Nicht den tiefen Schmerz verstehen, Nicht der Göttin Klag und Sehnen 20 Ihre ungezählten Tränen, Daß der süße Leib des Schönen Muß dem kargen Tode fröhnen.

Gründerode 1780-1806 Adonis’ Totenfeier geht auf den Mythos des schönen Adonis zurück, der stirbt und von Aphrodite betrauert wird. In den antiken Adonis-Ritualen wurden sein Tod und seine Wiederkehr symbolisch mit dem Kreislauf von Natur, Vergänglichkeit und Erneuerung verbunden. In der Entwicklung von Palimpsest markiert die Totenklage den Übergang von Liebe und schöpferischer Lebenskraft zu Verlust, Trauer und Zerstörung. Das ursprünglich Verbindende schlägt in Schmerz und Tod um – ein Wendepunkt auf dem Weg durch die Dualität hin zu Katharsis und möglicher Versöhnung.

Performance Kathrin Knoepfle

Specherin Sarina Böhm

APHRODITE

APHRODITE

Unsere Figur der Aphrodite erscheint am Ende von PALIMPSEST als Gegenbild zum überlieferten europäischen Schönheitsideal der blonden Aphrodite. Als Schwarze Frau mit kahl rasiertem Kopf tritt sie bei Sonnenaufgang aus dem Meer. Sie verkörpert keine idealisierte Göttin und kein Liebessymbol, sondern eine eigenständige, gegenwärtige Frau. Ihr Körper widersetzt sich den tradierten Vorstellungen von weiblicher Schönheit und eröffnet ein anderes Bild von Ursprung, Würde und schöpferischer Kraft. Die Geburt aus dem Meer wird so zum Zeichen eines Neubeginns – jenseits überlieferter Ideale und festgeschriebener Rollen.

Lenny Kamau Model

 
 
 
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