Mathias Bartoszewski
Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn.
Lao Tse

Probenausschnitte

PATA DIVANO Tanzperformance

  

    Probenfotos Claudia Otto


ENGLISH

 

…über unser Verhältnis zur Vergänglichkeit - ein Märchen vom Tod als ständiger Begleiter im Leben. 


In unserer Geschichte wird der Tod von drei Sängerinnen dargestellt, die Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft repräsentieren. Sie begleiten die Hauptfigur - getanzt von Barbara Buck - bei der Geburt, auf ihrem Weg durchs Leben und am Ende wieder in den Tod. 

Sie ziehen wie die Nornen aus der nordischen Mythologie die Fäden des Schicksals.


Die Bühne ist eine bewegliche Installation - durch Schnüre mit der Tänzerin verbunden.

Das Klavier improvisiert über Themen aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“. 

Gesungen werden dreistimmig arrangierte Arien und Lieder von Vivaldi, Händel sowie 

J. S. Bach. Die Sängerinnen rezitieren in Gebärdensprache aus Sonetten Vivaldis. 

So werden im Sinne der Barrierefreiheit auch Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit erreicht.

Grafiken und Malerei von Mathias Bartoszewski wurden zu Videoprojektionen verarbeitet, die sowohl Stimmungen von Tages- und Jahreszeiten als auch von Lebensabschnitten 

erzeugen. 


Künstlerische Leitung, Bilder, Projektionen, Installation - Mathias Bartoszewski

Choreografie und Tanz - Barbara Buck

Klavier und Musikalische Leitung - Elisa Bartoszewski

Sara Kühn - Sopran

Alina Semenova - Mezzosopran

Daniela Kettner - Alt

(Jorma Jesse u. Zora Köppe, Sopran, Doris Hädrich, Alt)

 

Vorstellungen 2018: 26. / 27. / 28. Juli und 4. / 5. August um 20 Uhr

 

 

Premiere: 21.11.2015 20 Uhr

 

weitere Vorstellungen siehe Termine

Idee

Ein Künstlerteam aus Bühnenbildner und Maler, Tänzerin und Choreografin, Musikerin und drei Sängerinnen setzt sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinander.

Da unsere Erfahrungen mit dem Tod begrenzt und nur mitfühlender Art sind, wurde das Märchen als Erzählform gewählt.

Es entstand eine Lebensgeschichte analog zu den Zyklen der Natur: So wie der Frühling dem Winter folgt und die Natur wieder zum Leben erweckt, führt auch der Lebensweg der  Hauptfigur letztendlich wieder zu ihrem Ursprung - ein neuer Zyklus beginnt. 


Musik und Tanz

Das Meisterwerk „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi wurde zur Inspirationsquelle für die Musikerin Elisa Bartoszewski. 

Basierend auf den Themen der barocken Komposition entwickelt sie während der
Performance Variationen am Klavier, welche die Tänzerin Barbara Buck simultan in ihrem Tanz aufgreift. Ein Zugang zu der metaphysischen Ebene des Themas wird geschaffen. 

Die drei Sängerinnen repräsentieren mit ihren Figuren den Tod als ständigen Begleiter. Sie sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit Gesang und Gebärdensprache begleiten sie die Hauptfigur durch das Leben und knüpfen die Schicksalsfäden - Hier konkret
umgesetzt durch das Anknüpfen von Seilen an die Tänzerin, die diese immer mehr mit der
kinetischen Bühneninstallation „verstricken“. 

Die Arien und Lieder von Vivaldi, Händel und Bach wurden eigens für die Performance
dreistimmig arrangiert.


Malerei und Bühneninstallation

Zur Thematik entstandene Grafiken und Bilder von Mathias Bartoszewski werden in die
Installation projiziert. Licht und Malerei schaffen im Bühnenraum die Stimmungen der
aufeinander folgenden Lebensphasen. Die kinetische Bühneninstallation - über Schnüre und Rollen korrespondierende Kugeln - ist ein Modell unseres Seins. Alles ist miteinander verbunden, alles ist eins, alles wirkt aufeinander ein. Die Verknüpfungen und Auswirkungen unseres Tuns überblicken wir nicht immer.

Mathias Bartoszewski

geboren in Berlin. Tischler, Bühnen- und Beleuchtungsmeister, Studium Innenarchitektur,    diverse Theaterprojekte (Lessing Festival Wolfenbüttel, Orestie Moskau, Prinzregenten Theater, Ruhrfestspiele, Reithalle München, Kunstfest Weimar, Agnes Bernauer Festspiele u.a.). Freischaffender Künstler seit 1999 mit den Schwerpunkten - Bühnenbild, Malerei, 

Gestaltung.

2002 bis 2009 Atelier in Berlin, seit 2010 Atelier in Steinfurth bei Karlsburg. 

Der Schwerpunkt dort ist die Entwicklung experimenteller Kunstprojekte.


Elisa Bartoszewski

geboren in Waldkraiburg, Bayern. Studium am Konservatorium in München, seit 1986 als   Organistin und Chorleiterin tätig. Sie leitet seit 1988 das Puppentheater Wunderlich. 

Regiearbeiten und Stückentwicklungen für Theater und Puppentheater.

Elisa und Mathias Bartoszewski arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen und entwickeln Crossover-Projekte, z. B. „Gaben“, „Waldszenen“ und „Pata Divano“.


Barbara Buck

geboren in Salvador, Brasilien, wo sie auch ihren ersten Ballettunterricht erhielt, bevor sie an die Ballettschule des Hamburg Balletts wechselte. Nach Engagements am 

Oldenburgischen Staatstheater und am Städtischen Theater Chemnitz war sie von der Spielzeit 2001/02 bis zur Spielzeit 2014/15 Ensemblemitglied des BallettVorpommern.

Weiterbildung Tanzpädagogik und Choreografie an der Universität der Künste Berlin. Seit März 2015 arbeitet sie selbständig als Tanzpädagogin und Choreografin in Greifswald und Umgebung.


Daniela Kettner

geboren in Neustadt in Holstein. Nach dem Studium der Historischen Musikwissenschaft an der Universität Hamburg nahm sie 2004 ihr Gesangsstudium an der Musikhochschule Köln bei Prof. A. Janzen auf. Ein einjähriger Stipendiumsaufenthalt führte sie 2006/07 an die Universität für Musik Wien.

Ab 2009 Engagements an Musiktheatern in Münster, Nürnberg, Solingen u.a. Durch ihre rege Konzerttätigkeit ist sie einem breiten Publikum bekannt. Konzertreisen führten sie nach Österreich, Dänemark, Italien, in die Ukraine und nach Nordkorea. Daniela Kettner ist Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes.


Sara Kühn

geboren in Versmold, NRW. Nach dem Studium der Angewandten Kommunikations- und  Medienwissenschaften an der Universität Duisburg und anschließender Tätigkeit im Verlagswesen, studierte sie 2010 – 2015 Gesang an der Alfred Schnittke Akademie in Hamburg. Seit 2016 Tätigkeit als freie Musikerin, Gesangspädagogin und Chorleiterin. Sie singt in klassischen Ensembles, ihr Repertoire umfasst Werke aus Renaissance, Barock, Romantik und dem      20. Jahrhundert. Sara Kühn ist außerdem Liedautorin und Band-Sängerin, 2016 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Blütenschlag“.


Alina Semenova

geboren in Sibirien, Russland. 2006-2010 Studium an der pädagogischen Universität in St. Petersburg, Musikfakultät. 2008-2015 Gesangsstudium an der Alfred Schnittke Akademie. Seit 2017 Schauspielstudium an der Michael Chekhov International Academy. 

Doris Hädrich-Eichhorn 

wurde in Saalfeld geboren und studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Seit 1979 ist sie am Theater Vorpommern.


Jorma Jesse

ist in Rostock geboren. Sie hat ihre Ausbildung in Hamburg gemacht und arbeitet jetzt im Kreisdiakonischen Werk. Seit 2008 singt sie im Chortippus Greifswald.


Zora Köppe

ist in Neubrandenburg geboren, studierte in Greifswald und arbeitet als Lehrerin an der Martinschule Greifswald. Auch sie ist seit 2008 Mitglied des Chortippus Greifswald.

 


DER TITEL

Pata Divano aus dem keltischen Wortschatz für das Sterbliche

(von Whitley Stokes, Adalbert Bezzenberger)

DIE MUSIK

KLAVIER -Zitate aus Antonio Vivaldis (1678 - 1741) „Vier Jahreszeiten“ 

und Improvisationen von Elisa Bartoszewski


GESANG 

Antonio Lucio Vivaldi  Motette  RV 631

„O qui coeli terraeque serenitas“ Allegretto 

Rezitativ

„Rosa quae moritur“ Largo


„Lascia ch io pianga“ Georg Friedrich Händel (1685-1750)


„Komm süßer Tod“ Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)

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Die Motette „O qui coeli terraeque serinitas“ RV 631 ist eine von drei Solomotetten, die während Vivaldis Aufenthalten in Rom 1723 und 1724 zur Karnevalszeit entstanden sind. RV 631 ist eine Motette per agni tempo - „für jede Witterung“.

Ihr lateinischer Text mit Elementen, ist ein Gebet darum, sich von irdischen Genüssen zu lösen und denen des Himmels hinzugeben. 


Die Arie der Almirena "Lascia ch‘io pianga mia cruda sorte" („Lass mich beweinen mein grausames Schicksal“)  ist aus Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo"


"Komm, süßer Tod“ ist von Johann Sebastian Bach komponiertes Lied. Den Text dichtete ein unbekannter Verfasser um 1724. 

 

  Probenfotos 

 

   

PRESSE: 

Ostsee Zeitung 21. Januar 2016

 

 

Nordkurier vom 21./22.2015 

 

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